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Teamarbeit: Alle für einen, einer für alle

Wie bereits im Artikel „Teamarbeit der Zukunft“ erwähnt, wird die Zusammensetzung der Teams immer vielfältiger (Diversity). Junge und ältere Frauen und Männer arbeiten zusammen. Sie kommen aus verschiedenen Abteilungen des Unternehmens oder aus Tochterunternehmen, zudem können die Mitarbeiter auch aus anderen Ländern und sogar aus unterschiedlichen Kulturen stammen. Durch den Einsatz der unterschiedlichen Mitarbeitertypen wird die Kreativität gesteigert, um Probleme zu lösen und Aufgaben zu bewältigen.

Die Größe eines Teams

Ein Team besteht aus mehreren Personen, die aufgabenorientiert zusammenarbeiten und eine gemeinsame Leistung erbringen sollen. Menschen arbeiten im Team einfach effektiver als alleine. Allerdings sollte die ideale Teamgröße max. nur bis aus 8 Personen bestehen. Man muss sich bewusst machen, dass die Teamgröße die Ergebnisse beeinflusst. Ein kleines Team kann zu einer sehr schlagkräftigen Einheit werden. Zudem ist es ab einer gewissen Teamgröße auch zeitlich einfach unmöglich, dass alle Teammitglieder mit allen kommunzieren können. Zu viele Köpfe und Meinungen treffen aufeinander, sodass zum einen Teambesprechungen ins Uferlose laufen können und zum anderen tut man sich schwer gemeinsam zu Lösungen zu kommen. Für Führungskräfte heißt das: Fünf bis sacht Personen pro Gruppe sind demnach optimal. Hat man sehr große Teams, ist es besser, Subteams mit dieser Größe zu bilden.

Die ideale Teamzusammensetzung

Doch wie bringe ich eine Gruppe von Menschen dazu, zur Höchstform aufzulaufen? Erfolgreiche Teams, die sich in Richtung Dreamsteams bewegen, welches Geheimnis liegt ihnen zugrunde. Es beginnt mit der Etablierung eines Projektes, mit welchen Teammitgliedern das Projekt startet und erfolgreich beendet wird. Unternehmen stellen häufig Projektteams danach zusammen, welche Mitarbeiter zeitlich gerade zur Verfügung stehen, um sich mit der Aufgabenstellung des Projekts zu beschäftigen. Diese Vorgehensweise stellt jedoch nicht die optimale Lösung dar, wenn es um eine Teamzusammensetzung geht, die das Projekt zum Erfolg führen soll. Unternehmen sollten gezielt auch auf die ideale Teamzusammensetzung achten. Die innere Teamstruktur sowie sich ergänzende Charakteristiken der Teammitglieder sind ein zentraler Erfolgsfaktor für erfolgreiche Teams.

Wie sollte bei der Teamauswahl vorgegangen werden?

Führungskräfte, die mit der Projektaufgabe betreut werden, sollten sich mit den Stärken ihrer Mitarbeiter auseinandersetzen und sich fragen:

  • Welche Fähigkeiten bzw. Talente haben die einzelnen Mitarbeiter?
  • Welche Mitarbeiter passen zusammen?
  • Wer kann wen im Team perfekt unterstützen und ergänzen?

Und sie sollten sich in diesem Zusammenhang damit beschäftigten, welche Rollen die einzelnen Teammitglieder innerhalb des Teams einnehmen können. Dabei sollte nicht nur auf die funktionale Rolle sondern auch auf die Teamrolle geachtet werden. Das eine Teammitglied hat seine Stärke in der Kommunikation, während der andere ein Händchen dafür hat, bei Konflikten zu vermitteln um die Harmonie im Team wieder herzustellen – unabhängig von der funktionalen Rolle. Auf eine ausgewogene Teamzusammensetzung und -struktur (fachliche und soziale Kompetenz) muss geachtet werden.

Werden die Teammitglieder exakt dort eingesetzt, wo ihre besonderen Talente – sowohl in fachlicher als auch in sozialer Hinsicht - liegen, wird die Einsatzbereitschaft aller zum Erfolg führen. Jeder fühlt sich in seiner „Lieblingsrolle“ bestätigt und kennt seinen Beitrag für den Projekterfolg. Bildlich gesprochen: In einem erfolgreichen Team greifen die einzelnen Zahnräder im Getriebe optimal ineinander. Die einzelnen Teammitglieder müssen lernen, die Stärken der anderen zu sehen und sie auch zu schätzen.

Richard de Hoop (Motivationstrainer, Speaker) nutzt die Musik als Metapher für erfolgreiche Teams. Die Charaktere von Menschen vergleicht er mit Musikinstrumenten. Sein Credo: Teammitglieder müssen harmonieren, damit sie als Team produktiv sind. Jedes Mitglied – ob nun als Musiker bzw. Mitarbeiter in einem Team - muss die Teamrolle spielen, die zu seinem Charakter passt. In seinem Buch "Macht Musik - So spielt Ihr Team zusammen, statt nur Lärm zu produzieren“. beschreibt er es so: „Es gibt drei Prinzipien, nach denen sich alle Musiker richten müssen. Sie müssen erstens einander zuhören. Nur wer weiß, wie die Instrumente der anderen klingen, kann mit ihnen gemeinsam musizieren. Zweitens müssen sich Musiker miteinander abstimmen. Auch im Jazz, wo Stücke improvisiert werden, sprechen sich die Musiker vorher ab. Sonst funktioniert es nicht. Drittens müssen bei der Aufführung alle im Takt bleiben und zusammenspielen“.

Der Weg zur effektiven Teambildung

An erster Stelle steht das Ziel des Projektes insgesamt und jene Ziele, die in der nächsten Zeit erreicht werden sollen. Für Führungskräfte bedeutet es: Sie müssen herausfinden, über welche Talente die Teammitglieder verfügen und welche Charaktere ihnen zugrunde liegen. Aufgrund dieser Tatsache müssen Führungskräfte sich überlegen, wie dieses Team am besten zusammengesetzt werden kann. Und ob noch ein Talent fehlt, damit das Team seine Leistungsstärke voll ausschöpfen kann.

Das zusammengestellte Team kennt das Projektziel und muss es voll und ganz akzeptieren. Es entsteht nur dann ein Gefühl der Zusammengehörigkeit, wenn alle Teammitglieder auf dasselbe Ziel hinarbeiten, mit dem sie sich auch identifizieren können. Die Rollen und Zuständigkeiten werden gemeinsam abgestimmt und müssen nun aktiv gelebt werden. Das Team organisiert sich und seine Arbeit selbstständig als eine Einheit rund um diese Ziele. Jeder denkt für den anderen mit. Am besten wird im Team gearbeitet, wenn jedes Mitglied gleichberechtigt ist. Gruppendiskussionen sind immer sachbezogen. Alle Teammitglieder können ihre Meinungen offen äußern, jeder Beitrag wird aufgenommen und gewürdigt und Konflikte werden offen angesprochen und geklärt, um nur einige wichtige Merkmale zu nennen, die ein starkes Team ausmachen.

Der internationale Wettbewerb und die Herausforderung, interdiziplinär tätig zu werden, fordert das Unternehmen auf flexible Projektteams zu schaffen, die sich schnell bilden und sich auch genauso so schnell wieder auflösen können. Aus diesem Grund sollten die Führungskräfte das „perfekte Team“ nicht auf dem Blatt Papier entwerfen, sondern die Teammitglieder so zusammenzustellen, welche Einzelziele bzw. welche aktuellen Herausforderungen gegenwärtig zu bearbeiten sind. Es gilt: Je besser die Talente bzw. Stärken der Mitarbeiter bekannt sind und ggf. noch gefördert und entwickelt wurden, desto mehr sind Führungskräfte in der Lage, gezielt auf plötzliche Veränderungen zu reagieren. Die (Teil-)Ziele im Projekt ändern sich, aber die Stärken jedes Einzelnen bleiben bestehen. Nur starke Teams bewältigen die heutigen Herausforderungen. Die Teambildung hängt immer davon ab, welche Ziele im Projekt zu lösen sind. Die richtige Mischung macht es.

Marie

Marie

Marie-Therese Herbers, Karriereberaterin und Job Sharing-Expertin, befasst sich mit aktuellen Fragen im HR-Bereich und schreibt über ihre Erfahrungen mit neuen Arbeitszeitformen wie Homeoffice etc.

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