Job Sharing (Arbeitsplatzteilung) stellt die Teamarbeit zunehmend in den Fokus der öffentlichen Diskussion; diese Arbeitszeitform ist zwar auf Personalkongressen ein beliebtes Thema – doch in der Arbeitswelt findet es kaum Anwendung. In der Regel teilen sich zwei Mitarbeiter eine Stelle mit einem Arbeitszeitanteil meistens von 60:60 Prozent. Ein Tandem funktioniert nicht, wenn man zu unterschiedlich ist. Die persönliche Chemie muss stimmen; sie ist das Kernthema und die Voraussetzung für ein funktionierendes Job Sharing. Denn nur Mitarbeiter, die zusammen an einem Ziel arbeiten wollen, werden es auch schaffen, die Vorteile von Job Sharing in die Praxis umzusetzen. Gegenseitiges Vertrauen, Loyalität und Respekt haben den höchsten Stellenwert, genau wie die Übereinstimmung bei Motivation und Werten.

Projektteams liegen voll im Trend

Teams sind im Trend und haben eine zentrale Bedeutung in modernen Organisationen. Unternehmen möchten ihre Organisation flacher und handlungsfähiger machen. Flexibilität ist zunehmend gefragt: Der internationale Wettbewerb und die Herausforderung, interdiziplinär tätig zu werden, fordert flexible Teams anstatt starre hierarchische Strukturen, um auch wettbewerbsfähig zu bleiben. Ein Team zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass sich seine Teammitglieder wechselseitig inspirieren, um innovative Problemlösungen entwickeln zu können. Sie haben gemeinsame Ziele, Werte und Spielregeln der Zusammenarbeit. Ein „Wir-Gefühl“ zeichnet das Team aus. Die Aufgaben und Tätigkeiten werden selbstständig unter den Teammmitgliedern aufgeteilt.

Die Vorteile einer Teamarbeit liegen klar auf der Hand. Doch was unterscheidet ein Team von einer Gruppe? Ein Team organisiert seine Zusammenarbeit selbst – im Gegensatz zu einer Gruppe. Man spricht auch von selbstbestimmten bzw. selbstorganisierten Teams. Einer Gruppe werden die Regeln der Zusammenarbeit weitgehend vorgeben und auch ihr Leiter wird vom Unternehmen bestimmt.
Das Team bestimmt selbst, wer welche Aufgabe wahrnimmt und wie beim Lösen des Problems vorgegangen wird. Zudem wird der Leiter vom Team ausgewählt; er hat keine Chefposition sondern er konzentriert sich darauf, die Arbeit des Teams zu steuern und zu koordinieren und es nach außen zu vertreten.

Diversity und Empowerment sind angesagt

Unternehmen wollen das Wissen und die Erfahrungen nutzen, die unterschiedliche Mitarbeiter in ihr Team einbringen. Die Projektarbeit nimmt in Unternehmen einen immer größeren Raum ein und löst zunehmend die Arbeit in der klassischen Linienorganisation ab. Projektteams werden gebildet, weil die Herausforderung der Aufgaben so komplex sind, dass sie von einzelnen Personen nicht mehr alleine lösbar sind. Hier arbeiten mehrere Mitarbeiter – meistens aus unterschiedlichen Abteilungen – für eine befristete Zeit zusammen, um eine spezielle, neuartige oder einmalige Aufgabe zu bewältigen. Wie die Entwicklung zeigt, bleiben Teams immer kürzer zusammen. Wiesen Teams früher eine Zusammenareit von über 10 Jahre auf, verkürzt sich die Zeitdauer zunehmends. Die Projektteams müssen heutzutage flexibel sein, um sich den neuen Herausforderungen stellen zu können.

Die Zusammensetzung der Teams wird immer vielfältiger. Man spricht auch von „Diversitiy“. (Vielfalt): Junge und ältere Frauen und Männer arbeiten zusammen. Sie kommen aus verschiedenen Abteilungen des Unternehmens oder aus Tochterunternehmen, zudem können die Mitarbeiter auch aus anderen Ländern und sogar aus unterschiedlichen Kulturen stammen. Durch den Einsatz der unterschiedlichen Mitarbeitertypen wird die Kreativität gesteigert, um Probleme zu lösen und Aufgaben zu bewältigen. Was die Auswahl der Teammitglieder im Projekt betrifft und worauf geachtet werden sollte, damit wird sich der nächste Artikel befassen.

Sind Sie teamfähig?

Der Begriff der Teamfähigkeit rückt immer mehr in den Vordergrund – vor allem Hinblick auf das Job Sharing. Bei vielen Stellenausschreibungen wird diese Fähigkeit verlangt und auch in Bewerbungsgesprächen wird immer wieder diese Frage gestellt: „Sie sind teamfähig! Im Hinblick auf die Projektarbeit ist sie eine Grundvoraussetzung für erfolgreiche Teams. Was versteht man eigentlich unter „Teamfähigkeit“? Einer weit verbreiteten Meinung wird „teamfähig“ als eine Charaktereigenschaft oder sogar als ein Talent verstanden. Entweder der Bewerber verfügt über diese Fähigkeit oder nicht. Es bedeutet also nicht, dass man sich mit den anderen Teammitgliedern gut versteht und eine Art von Harmonie im Team vorherrscht. Die Teamfähigkeit hat mehrere Dimensionen und kommt auf vielfältige Art und Weise zum Ausdruck, wie z.B. der Respekt, das Arbeiten auf Augenhöhe, Engagement oder die Toleranz der Teammitglieder.

Lars Vollmer (Unternehmer, Speaker, Autor) hat sich Gedanken zu diesem Thema gemacht. Seiner Meinung nach ist „teamfähig“ keine abstrakte sondern eine konkrete Fähigkeit. Ein paar Aspekte wie Sprachkenntnisse, Kommunikations- oder Moderationsfähigkeit könnten weitgehend den abstrakten Fähigkeiten zugeordnet werden. Doch die wesentlichen Fähigkeiten, die zum Erfolg führen, sind konkret. Folgende Fragen sind dabei in Betracht zu ziehen: Welche Aufgabe hat das Team? Hat die Aufgabe einen Sinn? Mit welchen Teammitgliedern arbeite ich zusammen? Und welche Rolle nehme ich in diesem Team ein? Die Frage »Sind Sie teamfähig?« ist in etwa genauso sinnvoll wie die Erkundigung »Können Sie häkeln?«.