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Ein Motivationsschreiben für ein Job Sharing?

Das Motivationsschreiben ist ein eigener Bestandteil der Bewerbung und ist kein Anschreiben. Es wird nach dem üblichen Anschreiben und Lebenslauf eingefügt. Man bezeichnet es auch auch als „Dritte Seite“. Im Bewerbungsprozess wird ein Motivationsschreiben heutzutage nur noch selten explizit gefordert; vor allem in den Studienplatzbewerbungen hat es sich mittlerweile durchgesetzt. Das Motivationsschreiben sollte die Bewerbungsmappe persönlicher machen und dem Bewerber hilft es, sich nochmal von den Mitbewerbern abzugrenzen. Was damals anfangs im Jahre 2000 noch als echter Geheimtipp galt, ist dieses Schreiben heutzutage im Bewerbungsprozess weit verbreitet, so dass es in manchen Branchen wiederum kaum Beachtung mehr findet.

Ein klares Ja zu einem Motivationsschreiben

Die Frage stellt sich: Brauchen Sie als Job Sharing Bewerber ein Motivationsschreiben überhaupt? Wo sind die Unterschiede zum Anschreiben und welche Inhalte müssen enthalten sein? In diesem Fall ist die Antwort ein klares „Ja“. Viele Unternehmen stehen dem Job Sharing noch sehr reserviert gegenüber, weil sie kaum bzw. gar keine Erfahrungen mit dieser Arbeitszeitform gemacht haben. Mit einem Motivationsschreiben erhöhen sich auch Ihre Bewerbungschancen, da Sie sich zurzeit vorwiegend auf Vollzeitpositionen bewerben und/oder den Weg der Initiativbewerbungen wählen. Hier können Sie Ihre außergewöhnliche Motivation zeigen, warum Sie in einem Job Sharing tätig werden möchten und die Sie unbedingt in einer solchen Arbeitszeitform ausdrücken möchten. In diesem Schreiben können Sie explizit Ihre Fähigkeiten aufzeigen und wie Sie diese in das Job Sharing einbringen, die Vorteile für beide Seiten mit sich bringt. Das setzt voraus, dass Sie sich im Vorfeld schon eingehend mit diesem Unternehmen befasst haben und so auch einen unmittelbaren Unternehmensbezug herstellen können.

Welche Vorteile hat das Motivationsschreiben für Sie als Job Sharing Bewerber?

Betrachten wir zunächst einmal die Vorteile eines solches Motivationsschreiben aus der Sicht für Sie als Bewerber und aus dem Blickwinkel der Personalabteilung. Mögliche Vorteile sind:

  • Sie können sich positiv von der Vielzahl an Bewerbern absetzen, die sich in Vollzeit bewerben.
  • Das Bewerbungsanschreiben und der Lebenslauf kann kürzer gefasst werden.
  • Für das Motivationsschreiben steht Ihnen eine DIN A4 zur Verfügung.
  • Ihre individuelle Persönlichkeit kommt zum Vorschein.
  • Sie können ausführlich Ihre Beweggründe erläutern, warum Sie so eine Position haben möchten.
  • Besonderheiten im Lebenslauf können besser erklärt werden.
  • Da Sie sich im Vorfeld schon umfassend mit diesem Unternehmen bzw. Positionen auseinandergesetzt haben, können Sie eindeutig einen Unternehmensbezug herstellen.
  • Der Personalabteilung zeigen Sie, wie Ihre Stärken erfolgreich für das Unternehmen eingesetzt und genutzt werden können.
  • Dadurch können Sie das Unternehmen neugierig nachen und eventuell dazu bewegen, über ein Job Sharing nachzudenken.
  • Des Weiteren kann das Unternehmen von Ihrem Motivationsschreiben so beeindruckt sein, dass Sie die Möglichkeit erhalten, Ihr Job Sharing Konzept vorstellen zu dürfen.

Aufbau eines Job Sharing Motivationsschreibens

Ihnen stehen verschiedene Möglichkeiten für den Aufbau dieses Schreibens zur Verfügung. Man unterscheidet Fließtext, eine Aufzählung mit Stichpunkten in ganzen Sätzen und eine Kombination aus beiden Teilen. Ich würde Ihnen auf jeden Fall die dritte Variante empfehlen, weil sie dem Leser eine Übersichtlichkeit bietet und das Schreiben ist abwechslungsreich und somit angenehmer zu lesen. Die Inhalte und Aussagen Ihres Motivationsschreibens sind gut zu planen und müssen übersichtlich aufgebaut werden. Einen Einleitungs- und Schlusssatz ist Voraussetzung, den Sie sich bitte bereits vor dem Beginn Ihres Schreibens überlegen sollten. Dann fangen Sie bitte mit den Themen an, die Sie gerne in das Schreiben einfließen lassen möchten. Dazu zählen beispielsweise Ausbildung, Berufserfahrungen, besondere Kenntnisse bzw. Leistungen, Ihre persönlichen Stärken wie Teamfähigkeit, Kooperationsfähigkeit, Ihre individuelle Persönlichkeit, Ihre positiven Erfahrungen in der Teamarbeit, die Gründe für die Auswahl Ihres Job Sharing Partners, Ihre gegenseitige Ergänzung, die einen Mehrwert für das Unternehmen darstellt.
Als Überschrift für Ihr Motivationsschreiben können Sie ein Zitat verwenden, das als „Eyecatcher“ dient. Es beschreibt Ihre Person oder Ihre Motivation, warum Sie sich für diesen Job Partner entschieden haben und einen Bezug zu der Stelle bzw. zu diesem Unternehmen hat.

Einleitung: Auf jeden Fall sollten Sie in der Einleitung erwähnen, warum Sie dieses Zitat gewählt haben. Vorausgesetzt: Sie haben sich für ein Zitat entschieden. Die Einleitung sollte spannend sein und zum Weiterlesen anregen. Die wichtigsten Punkte werden sowieso im Hauptteil aufgeführt.

Hauptteil: Der Hauptteil befasst sich mit Ihrer Person und Motivation, warum Sie für diese Position in einem Job Sharing nur in Frage kommen. Hier haben Sie nun die Möglichkeit, Ihre Wahl des Job Partners zu begründen. Führen Sie die wichtigsten Fähigkeiten/Kenntnisse und Berufserfahrungen/-erfolge auf und erklären Sie, warum Sie als Team für diese Position bzw. Unternehmen einen Mehrwert darstellen, worauf man nicht verzichten kann. Versuchen Sie in wenigen und prägnanten Sätzen, das Unternehmen davon zu überzeugen. Eine ausführliche Beschreibung zu Ihren beiden Profilen und der gegenseitigen Ergänzung haben Sie bereits in Ihrem Job Sharing Konzept erstellt und mit Unterlagen belegt.

Schluss: Hier sollten Sie die Personalabteilung auf Ihr erstelltes Job Sharing Konzept neugierig machen und den Wunsch äußern, dass Sie es gerne im Unternehmen vorstellen möchten, um den Mehrwert darzustellen.

PS: Die äußere Form des Motivationsschreiben ist selbstverständlich an Anschreiben und Lebenslauf anzupassen. Ein einheitlicher Stil ist ein Muss.

Marie

Marie

Marie-Therese Herbers, Karriereberaterin und Job Sharing-Expertin, befasst sich mit aktuellen Fragen im HR-Bereich und schreibt über ihre Erfahrungen mit neuen Arbeitszeitformen wie Homeoffice etc.

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